Montag, 7. August 2023

Lofoten 2023 - Tag 4 - Wikingermuseum und Flakstad

 Wir stehen geplant früh auf. Um 9:40 Uhr soll unser Bus zum Museum fahren. Davor wollen wir gemütlich frühstücken und unsere Elektrogeräte laden. Das Zelt ist schnell zusammengepackt, die Routine kehrt ein. Bus fahren in Nordland ist ziemlich einfach. Es gibt eine App mit der man die Tickets bucht. Dazu kommt ein faires Zonensystem. Sobald die Tickets gebucht sind, sind sie eine bestimmte Zeit, abhängig von der Anzahl der Zonen, gültig. Der Busfahrer schaut gelassen aufs Handy und frägt nur kurz nach, wo wir genau hinwollen. Entspannt. Zum Museum brauchen wir eine knappe Stunde.

Aussicht vom Bus aus.

Das Lofoten Wikingermuseum ist ein wahrer Touri-Magnet. Ein Bauer hat eines Tags einen tieferen Pflug verwendet und sich gewundert, warum es auf Widerstand - und Holz trifft. Wenig später war klar, hier wurde Geschichte gefunden. Das Langhaus auf dem Acker ist das mit Abstand größte, dass überhaupt gefunden wurde. Dass es dann auch noch auf den Lofoten steht, damit hat niemand gerechnet. Ein wichtiger politischer, religiöser und kommerzieller Hub soweit im Norden war eine Sensation.

Im Besucherzentrum gibt es zunächst eine gut gemachte Audio Ausstellung mit Filmen über die Fundgeschichte, Ausgrabung und natürlich auch einiges an Geschichte und die Fundstücke zu lernen. Im rekonstruierten Langhaus ist eher Erlebnispädagogik für Kinder angesagt. In Küche prodelt ein Topf Suppe, den man wohl später schälchenweise erstehen kann. Außerdem gibt es noch einen großen Saal mit Kunstschnitzer. Hier werden die Bustouris reingekarrt, um Vorträge zu hören. Um das Langhaus herum gibt es den origianlen Fundort und einige Tiere zu sehen, die die Wikinger wohl gehalten haben.

Die Rekonstruktion des 87 m langen Hauses.
Notausgang mit Wikinger-Thema.
Schafe und Aussicht.

Gut einen Kilometer vom Haus entfernt, kommt man zum See. Hier sind zwei Museumsschiffe zu sehen. Wir kommen genau richtig, um uns weniger für eine kurze Tour auf dem See anzumelden. Und das ohne Aufpreis, sehr lobenswert! Die drei "Wikinger" segeln ohne Motor auf den See und zurück. Fragen werden selbstverständlich auch gerne beantwortet.

Mit dem rechten Boot ging es auf den See hinaus.

Bei einem Kiosk teilen Urs und ich uns ein Bier, das von Lofotpils für das Museum gelabelt und gebraut wurde. Und es war auch noch sehr lecker!

Nachdem wir uns alles im Museum angeschaut haben, gehen wir ein bisschen die Straße runter zu einem Supermarkt und kaufen uns ein paar Snacks für die nächsten Tage, jetzt und auch ein paar Biere für heute Abend. Bis zum Bus müssen wir tatsächlich einige Zeit warten. Ursprünglich wollten wir hier einen Abstecher in die Wildnis machen und uns noch einen Strand anschauen, das Zelt aufstellen und wild campen. Die Bequemlichkeit siegt. Außerdem wollen wir unsere Klamotten waschen, das geht auf einem Zeltplatz nunmal einfach besser. Also warten wir auf den Bus und fahren etwa eine Stunde bis zum Campingplatz am Strand.

 Warten auf den Bus.

Auch hier gibt's vom Bus aus wieder einiges an schöner Landschaft zu sehen.
Meer und hohe Berge. Das sind die Lofoten :)

Unser Campingplatz liegt direkt am Strand. Eine Surfschule ist angegliedert, wer will, kann sich auch Yoga Kurse buchen. Ein Restaurant/Pub ist ebenfalls auf dem Gelände. Wir werden hier zwei Nächte bleiben.

Der Berg links soll morgen unser Ziel sein, so denn das Wetter mitspielt.
Klares Wasser und Aussicht.
Tolle Abendsonne. Tolle Wolken am nächsten Fjord.

Hier erleben wir so richtig die Mitternachtssonne. Kein Berg weit und breit, der uns die Sicht versperrt. 

Stimmt schon, ist nicht ganz Mitternacht. Wir waren müde. Ok? :D
 

Wäsche gewaschen und aufgehängt zum trocknen!

Wir genießen die Biere, das Abendessen und die Dusche. Im Restaurant planen und buchen wir die letzten ausstehenden Punkte, die wir zwar gestern besprochen, aber nicht abschließend fest gemacht haben. Dann geht es ins Bett.


Lofoten 2023 - Tag 3 - Von Kabelvag über den Glomtinden nach Lyngvær

 Der Morgen wird etwas länger heute. Gegen 9 Uhr wache ich auf und bemerke, dass es etwas am regnen ist. Gegen 11 wird auch Urs wach, ich nutze die zwei Stunden zum lesen. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und wir frühstücken im Service Gebäude / der Küche. Für heute stehen gut 11 km Wanderung an. Wir wollen über den Glomtinden wandern und auf der anderen Seite einen Zeltplatz suchen. Das Gelände und Profil sehen sehr machbar aus. Zunächst müssen wir aber erstmal zum Einstieg in die Wanderung kommen. Der Weg führt an der Straße entlang. Sobald wir die Straße verlassen, nimmt auch die Steigung merklich zu.

Der Gimpfel ruft!

Wir pausieren kurz bevor die Busch- und Bäumchenlandschaft in den Berg übergeht. Das Wetter ist ideal für die Wanderung, bewölkt, aber kein Regen und keine Sonne. 

Unsere Rucksäcke sind deutlich spürbar und schwer. Aber uns drängt niemand, wie lassen uns Zeit und machen viele Pausen. Auf dieser Seite des Bergs/ Aufstiegs sind tatsächlich auch 2-3 kleinere Kletterstellen dabei, die sich aber sehr gut überwinden lassen.

Immer wieder mal der Blick zurück.
Oder zur Seite.
Nur so bekommt man ein Gefühl für die Höhenmeter und Strecke, die man hinter sich hat.
Oben angekommen.

Auf der höchsten Stelle des Pass machen wir eine längere Pause und genießen die Aussicht. Auf den Gimpfel wollen wir mit dem Gepäck nicht, da wir schon zwei Wnaderer beobachtet haben, die sich schon ohne Gepäck gut was abgemüht haben. 

Das heutige Ziel ist schon zu sehen und liegt am Ende des Sees unter uns.
Jup. Etwas geschafft.

Der Abstieg gestaltet sich sehr gemütlich im Vergleich zum Aufstieg. Es ist deutlich flacher und die Wege ausgetretener. Auch hier gibt es einen offiziellen Einstieg. Von hier aus geht es auf einem gutausgebauten "Schwarzwaldwanderweg" ins Tal zum Meer.

Bald geschafft!

Beim weiteren Weg wird uns klar, so ganz geht der Plan mit dem "hier irgendwo das Zelt aufstellen" nicht auf. Die Schräge links vom Weg ist zu schräg und steinig. Um den See herum gibt es keine Grünflächen oder es ist zu sumpfig. Glücklicherweise kommen wir an der Straße an einem Schild zu einem Campingplatz in 3 km Entfernung vorbei. Wir machen eine Pause an der Bushaltestelle und entscheiden uns nach einer kurzen Google Recherche, die weiteren drei Kilometer zum Campingplatz zu laufen. Der Bus zum Viking Museum fährt auch dort vorbei.

Das Zelt steht aufgestellt am Meer.

Dieser Zeltplatz ist mit 200 NOK tatäschlich der günstigste pro Nacht. Heiße Duschen bezahlt man direkt im Duschgebäude mit der Kreditkarte. Leider hat das erst hinterher geklappt. Oder auch nicht. Da wir beide kalt geduscht haben. Eine warme Mahlzeit und Lese/Recherche Zeit im angeschlossenen Service Building machen den Abend kurzweilig. Wir planen hier tatsächlich alle weiteren Tage, und buchen auch die Hotels und Zugfahrten auf dem Festland. Endlich einen groben Plan habend geht es ins Bett.

Hier noch das Höhenprofil unserer Wanderung: