Montag, 7. August 2023

Lofoten 2023 - Tag 3 - Von Kabelvag über den Glomtinden nach Lyngvær

 Der Morgen wird etwas länger heute. Gegen 9 Uhr wache ich auf und bemerke, dass es etwas am regnen ist. Gegen 11 wird auch Urs wach, ich nutze die zwei Stunden zum lesen. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und wir frühstücken im Service Gebäude / der Küche. Für heute stehen gut 11 km Wanderung an. Wir wollen über den Glomtinden wandern und auf der anderen Seite einen Zeltplatz suchen. Das Gelände und Profil sehen sehr machbar aus. Zunächst müssen wir aber erstmal zum Einstieg in die Wanderung kommen. Der Weg führt an der Straße entlang. Sobald wir die Straße verlassen, nimmt auch die Steigung merklich zu.

Der Gimpfel ruft!

Wir pausieren kurz bevor die Busch- und Bäumchenlandschaft in den Berg übergeht. Das Wetter ist ideal für die Wanderung, bewölkt, aber kein Regen und keine Sonne. 

Unsere Rucksäcke sind deutlich spürbar und schwer. Aber uns drängt niemand, wie lassen uns Zeit und machen viele Pausen. Auf dieser Seite des Bergs/ Aufstiegs sind tatsächlich auch 2-3 kleinere Kletterstellen dabei, die sich aber sehr gut überwinden lassen.

Immer wieder mal der Blick zurück.
Oder zur Seite.
Nur so bekommt man ein Gefühl für die Höhenmeter und Strecke, die man hinter sich hat.
Oben angekommen.

Auf der höchsten Stelle des Pass machen wir eine längere Pause und genießen die Aussicht. Auf den Gimpfel wollen wir mit dem Gepäck nicht, da wir schon zwei Wnaderer beobachtet haben, die sich schon ohne Gepäck gut was abgemüht haben. 

Das heutige Ziel ist schon zu sehen und liegt am Ende des Sees unter uns.
Jup. Etwas geschafft.

Der Abstieg gestaltet sich sehr gemütlich im Vergleich zum Aufstieg. Es ist deutlich flacher und die Wege ausgetretener. Auch hier gibt es einen offiziellen Einstieg. Von hier aus geht es auf einem gutausgebauten "Schwarzwaldwanderweg" ins Tal zum Meer.

Bald geschafft!

Beim weiteren Weg wird uns klar, so ganz geht der Plan mit dem "hier irgendwo das Zelt aufstellen" nicht auf. Die Schräge links vom Weg ist zu schräg und steinig. Um den See herum gibt es keine Grünflächen oder es ist zu sumpfig. Glücklicherweise kommen wir an der Straße an einem Schild zu einem Campingplatz in 3 km Entfernung vorbei. Wir machen eine Pause an der Bushaltestelle und entscheiden uns nach einer kurzen Google Recherche, die weiteren drei Kilometer zum Campingplatz zu laufen. Der Bus zum Viking Museum fährt auch dort vorbei.

Das Zelt steht aufgestellt am Meer.

Dieser Zeltplatz ist mit 200 NOK tatäschlich der günstigste pro Nacht. Heiße Duschen bezahlt man direkt im Duschgebäude mit der Kreditkarte. Leider hat das erst hinterher geklappt. Oder auch nicht. Da wir beide kalt geduscht haben. Eine warme Mahlzeit und Lese/Recherche Zeit im angeschlossenen Service Building machen den Abend kurzweilig. Wir planen hier tatsächlich alle weiteren Tage, und buchen auch die Hotels und Zugfahrten auf dem Festland. Endlich einen groben Plan habend geht es ins Bett.

Hier noch das Höhenprofil unserer Wanderung:

Freitag, 4. August 2023

Lofoten 2023 - Tag 2 - Kabelvag

 Schon recht früh wachen wir von der Sonne geweckt auf. Im Zelt wird es einfach zu warm. Der Tag verspricht sehr sonnig zu werden. Wir legen den Teil usnerer Klamotten, der noch etwas feucht ist, in der Sonne aus, frühstücken und packen ganz gemütlich das Zelt ein. Keine Eile, wir wissen nicht, ab wann wir auf dem Campingplatz überhaupt das Zelt aufstellen dürfen. Nach dem Abspülen geht es berg ab und um den See herum.

Der Blick zurück auf unsere Bergetappe.

Der Zeltplatz hat ein paar Ferienhäuser, sehr viele Camperstellplätze und eine ausreichende Fläche für Zelte. Warme Duschen müssen mit Chips extra bezahlt werden. Insgesamt ist dies der teuerste Zeltplatz unserer Tour. Im Service Gebäude gibt es einiges Kochgeschirr, hier werden wir wohl abends kochen und morgen frühstücken.

Nachdem wir das Zelt aufgestellt haben, ziehen wir unsere leichten Schuhe an und laufen ins wenige Kilometer gelegene Lofotmuseet. Auf dem Weg finde ich noch heraus, dass es hier außerdem noch eine Kunstausstellung eines norwegischen Künstlers und ein Aquarium gibt, das die lokalen Wildtiere zeigt. Als Kombiticket lohnt es sich, alles drei, und nicht nur zwei Sachen anzuschauen. Außerdem haben wir heute ja auch ohnehin nichts weiter vor. Zunächst geht es also ins Lofoten Museum. Hier kommen wir genau rechtzeitig an, wenige Zeit später gibt eine Führung durch das Museum. Wir erfahren einiges über den Fischfang und das Zusammenleben, als die Lofoten vor über 100 Jahren noch das Zentrum des norwegischen Fischfangs war. Stockfisch war eines der wichtigsten Handelsgüter Norwegens. Man sieht übrigens regelmäßig die Holzgestelle, auf denen die Fische im Winter zum trocknen aufgehängt werden. 

Ein moderneres Fischerboot.
Unser Museumsführer erzählt von der Tradition, dass Fischer, die zum ersten Mal zum Fischfang auf die Lofoten kommen, einen Berg besteigen müssen, um hier vor dem Troll den Hut zu ziehen. Das soll Pech und Unglück abwehren. Leider sind viele von diesem Trip nicht zurückgekehrt. Die Berge sind nicht zu unterschätzen. Nach der Erfahrung unseres Guides sollte man die Berge schleunigst verlassen, wenn Nebel aufzieht. Zum einen kann es passieren, dass man nichts mehr sieht, zum anderen wird der Fels feucht und damit rutschig. Urs und ich fühlen uns in unserem Entschluss bekräftigt, dass wir die geplante Route nicht mehr aufnehmen. Nicht mit dem vielen Gepäck und dem möglicherweise schnelländernden Wetterverhältnissen. 
Nach dem Museum geht es in die Galeri Espolin. Espolin hat die Lofoten erst später in seinem Leben kennengelernt. Er hat versucht Eindrücke aus dem Leben einzufangen und festzuhalten. Natürlich gehören auch andere Gemälde dazu. Aber vermutlich hat er das unwirkliche Leben im Norden am Besten festgehalten.
Öh, joa, das ist eins der anderen Werke... ;-)

Arme Fischer, reiche Partygesellschaft.

Espolin ist 1994 gestorben. Es gibt aber noch einen Film mit einem ausgiebigen Interview mit ihm, der hier in der Galerie gezeigt wird. Selbstverständlich schauen wir uns das an. Allerdings sind wir doch etwas geschafft von der Anreise und dem ersten Tag. Tatsächlich nicken wir hin und wieder ein, bevor wir dann "das Kino" verlassen und in Richtung des Aquariums weitergehen.

Ein Panorama über das Aquarium und umgebene Gelände.

Im Aquarium gibt es Otter, Roben, einige Fische und Meeresfrüchte zu sehen. Das Auqarium ist insgesamt recht überschaubar. Wir verbringen einige Zeit dabei einer Krabbe zuzuschauen, die versucht sich aus ihrem Becken zu ziehen.

Anschließend geht es nach Kabelvag. Das Ziel: Etwas zum Snacken, und eventuell das ein oder andere Bier zu besorgen. Beides finden wir und da es schon etwas später am Nachmittag ist, und es nicht viel mehr zu sehen gibt. Geht es zurück zum Camping Platz. Zeit für Abendessen.

Der Hafen von Kabelvag.
Ein Blick auf unseren Camping Platz.
Ein Bier von der Lofotpils Brauerei mit Label im Stile von Espolin. Hat sich der Besuch schon gelohnt ;-)
 
In Norwegen ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. Aus diesem Grund ziehen wir uns nach dem Abendessen etwas zurück und sitzen auf einen Hügel mit Blick auf den Campingplatz. Wir planen den nächsten Tag und schauen, was wir dannach machen. Durch den Besuch im Museum haben wir von einem Wikingermuseum erfahren, das sehr interessant klingt.

Donnerstag, 3. August 2023

Lofoten 2023 - Tag 1 - Von Eveness über Svolvaer zum Kongsfossen Stausee

 Nach dem vermutlich besten Hotelfrühstück unserer Reise geht es mit dem Bus vom Flughafen Eveness in die größte Stadt der Lofoten: Svolvaer. 

    Wir werden schon auf der Fahrt mit tollen Aussichten verwöhnt!
In Svolvaer wollen wir zunächst einmal Camping-Gas und zumindest zwei Flaschen Wasser kaufen. Unser Gepäck können wir gegen eine Gebühr (ein paar Euro pro Person) im Nordic Hotel in der Stadt unterstellen. Also geht es ins Einkaufszentrum. in dem ein Sportgeschäft gibt. Wir entschließen uns eine mittlere Gaskatusche zu kaufen. Die Katusche kostet ca. 100 NOK (ungefär 9 €). Außerdem besorgen wir uns noch ein paar Dosen des lokalen Biers.
Wir schauen uns die Stadt an. Leider hat die einzige Brauerei (Lofotpils) heute keine Zeit für einen Besuch. Die Aussicht und das Wetter sind herrlich.

Nach einem späten Mittagessen oder frühen Abendessen beginnt die Wanderung. In der Theorie wollen wir Etappe 3 der Lofoten Wanderung machen. Zum Startpunkt sind es vom Marktplatz ca. 2-3 km.

Der Weg zum Kongsfossen Kraftwerk führt uns zunächst über die Straßen Svolvaers zu einem See, an dessen Ufer wir über Stock, Stein, und Holzplankenwege gut voran kommen. Der gut ausgebaute Weg gibt uns Hoffnung, dass wir hier schwedische (Kungsleden) Verhältnisse erwarten können. Da gerade am Nachmittag die Sonne raus kommt, und wir noch nicht wirklich eingelaufen sind, ist der Weg bis zum ersten Aufstieg ziemlich anstrengend. Zum Glück finden wir kurz hinter dem Wassserkraftwerk einen Bach, an dem wir uns eine neue Flasche Wasser mit Micropur abfüllen können. 

Ein Fluss in Svolvaer
Sind wir heir im Schwarzwald? Der Weg ist schon sehr gemütlich!
Und am See unweit des Kaftwerks angekommen, erstmal verschnaufen.

Dann müssen wir erst einmal den Einstieg auf den Berg suchen. Wir irren ein bisschen umher und finden den Weg dann. Hier ist er schon deutlich weniger ersichtlich. Der Weg wird unwegsamer und deutlich steiler.

Verschwitzt, aber hochmotiviert!
Was für eine tolle Aussicht, bis aufs Meer und die Fjorde und Berge am Festland!
 
Die erste Etappe geht schon gut in die Beine. Wir erreichen einen Stausee mit Trinkwasser! Aus diesem Grund darf man hier auch nicht Baden, obwohl das Wasser wirklich dazu einlädt. Wir genießen die Aussicht und machen uns dann weiter auf den Weg, die zweite Bergetappe!
Und weiter geht es den Berg hinauf!

Der Weg gestaltet sich noch schwieriger und steiler. Dank der vielen Büsche und Bäumchen finden wir genug Möglichkeiten uns auf die steileren Tritte und Felsen hochzuziehen. Bald kommen wir auf die Wasserleitung, die vom zweiten Stausee, oben auf dem Berg, herunterkommt. Hier müssen wir erst ein Stück entlang laufen. Dann erreichen wir ein Seil, das erst auf den zweiten Blick vertrauenserweckend aussieht. Hier sind wir zum ersten Mal verwirrt. Soll das echt der Weg sein? Nunja, wir sind ja schon soweit gekommen, weiter geht es nach oben. Allerdings mehr kletternd am Seil, als wirklich wandernd.

Der Blick zurück ist beeindruckend (und steil).
Hier müssen wir unter der Leitung durch...
... und auf der anderen Seite an drei Seilen weiter nach oben.
Hier haben wir das erste richtig ungute Gefühl. Hier sind einige Stellen mit Wasser feucht und dadurch auch etwas rutschiger. Man findet genug Tritte, um diese Stellen gut zu umschiffen. Weil wir den Seilen aber nicht ganz vertrauen, steigt immer erst einer nach oben, dann kommt der andere hinterher. Das Stück ist wirklich steil. Wenig später kommen wir aber zum entgültigen Point of Return.
Drei bis vier Meter Fels und Beton, drei Seile, aber für mich kaum Tritte, die ich mit meinen Beinen erreichen kann. Urs hat es offensichtlich nach oben geschafft. Ich finde aber keinen guten Halt mit den Beinen, die 24 kg Rucksack tun ihr weiteres. Was also tun?! Safety first! Wir wollen uns nicht am ersten Tag die Reise durch einen Unfall verderben. Also kommt Urs wieder mit Hilfe beim Gepcl wieder herunter. Es ist inzwischen 20:15. Wir verschnaufen eine Runde, stärken uns mit Äpfeln (vom Frühstück bzw. den Flügen) und einen Müsliriegel. Und machen uns auf dem Abstieg. Unten beim ersten Stausee gibt es eine gute Stelle, um das Zelt aufzustellen.
Der Blick zurück. Hier müssen wir wieder runter...

Der Blick zurück entschädigt und bestätigt uns in unserer Entscheidung. Sie war die richtige! Wir stellen das Zelt auf, machen uns ein Abendessen, Waschen unsere verschwitzten Klamotten, und retten uns dann vor den vielen Mücken, Fliegen, und Midges ins Zelt. 

Da wir hier in Norwegen und nicht in Deutschland sind, gibt es hier oben perfekten Empfang. Ich recherchiere ein bisschen und finde heraus, dass ca eine Stunde nach dem letzten Abstieg um den See herum ein Campingplatz ist. Das nächstgelegende Dorf ist Kabelvag. Hier gibt es das Skrei / Lofotenmuseum. Das soll der Plan für morgen sein. Das Bier, das wir uns in Svolvaer mitgenommen haben, schmeckt übrigens gut.

 

Das ist das Höhenprofil unserer Wanderung heute. 

Vermutlich ist dies der Weg, den wir gegangen sind. Etwas schwierig von unten einzuschätzen, wo wir tatsächlich ausgesteigen sind.


Lofoten 2023 - Die Vorbereitungen, Packliste und die Anreise

Schon länger in der Überlegung, aber Anfang 2023 haben Urs und ich den Sack zu gemacht und unsere Planung für eine Lofoten-Überquerung gestartet. Inspiriert von Lofoten Wandern wollen wir in 8-10 Tagesetappen die schöne Inselgruppe nördlich des Polarkreises überwandern. Entsprechen packen wir unsere Rucksäcke ähnlich zum Kungsleden. Auch wenn schon am ersten Tag alle Pläne über den Haufen geworfen wurden... Die Packliste ist trotzdem gültig:

Klamotten

  • 4 Merino Shorts
  • 4 Paar Merino Wandersocken
  • 2 Outdoor Hosen
  • 1 Base Layer
  • 4 Langarmshirts aus Merinowolle
  • 2 Kurzarmshirt aus Merinowolle
  • 1 Regenhose
  • 1 Regenjacke
  • 1 Sonnenhut
  • 1 Paar Wanderschuhe
  • 1 Paar Leichte Sportschuhe

 Equipment

  • 1 Schlafsack
  • 1 Baumwollinlay für den Schlafsack
  • 1 Isomatte
  • 1 Sitzmatte
  • 1 gr. Handtuch
  • Kochgeschirr+Besteck
  • Taschenmesser
  • 1 Sportwatch (mit GPS-Karten funktion) 
  • Wanderstöcke
  • Ersatzschnürrsenkel
  • Wilderness Wash
  • Zahnbürste, Zahnpasta, Deo, Kamm
  • (Urs) 1 3 Personenzelt
  • (Urs) 1 Solarpanel (3 Panels) zum Laden
  • (Urs) 1 Edelried Gaskocher
  • (Urs) 1 Camping Kaffeefilter
  • (Urs) 1 Kitchen Sink

Elektronikbeutel

  • 1 Powerbank
  • Ohrhörer
  • Kindle
  • Ladekabel
  • Ladeadapter
  • Smartphone ;-)

Essen (Für 2 Personen)

  • 500 g Espressopulver
  • 500 g Milchpulver
  • 3 x 750 g Müsli (3 Sorten)
  • 12 Müsliriegel
  • Trockenfrüchte: 2 x Mangos, 2 x Datteln, 1 x Cashewbruch, 1 x Walnüsse
  • 2.5 kg Brot (Pumpernickel, Eiweißbrot, Roggenbrot, Körnerbrot)
  • 2 Tütensuppen
  • 4 Bulvur/Linsen-Varianten
  • 1 Bulgurmischung
  • 12 verschiedene Fertigramen 
  • (2 1.5 L Wasserflaschen kaufen wir uns in Norwegen!)

Reiseapotheke

  • 2 x Blasenpflaster
  • 1 x Ibu 400
  • 1 x Imodium Akut
  • Micropur ohne Chlor
  • Tigerbalm rot
  • Sonnencreme 50+
  • Feuchtigkeitscreme

Die Flüge buchen wir Anfang März. Zum 2. Juli zu fliegen ist in der Business Klasse günstiger, als in der Eco, also fliegen wir am 2. Juli mit der Business Klasse von Frankfurt nach Oslo. Hier müssen wir einmal umsteigen, und unser Gepäck für den Inlandsflug nach Eveness / Havstad / Narvik erneut einchecken. 

Gegen Mitternacht erreichen wir das Flughafenhotel. Hier trinken wir noch die zwei Biere, die man an der "Hotelbar" aka. Rezeption kaufen kann, und gehen dann ins Bett. Am nächsten Tag geht es mit dem Bus endlich auf die Lofoten.