Freitag, 15. Mai 2015

Ninh Binh

Eigentlich ja Tam Coc - Trockene Halong Bay! Die Reise in den Süden beginnt.
Gute zwei Stunden südlich von Hanoi liegt Ninh Binh und ein wenig weiter Tam Coc, wo ich ein kleines Hostel gefunden habe. Hier habe ich mit Mona (aus Deutschland) verabredet, die habe ich bereits in Sa Pa kennen gelernt. Ich bin erst mit dem Nachtbus angereist. Zusammen mit einer Brasilianerin musste ich aber noch gut eine halbe Stunde zum Hostel laufen - wenigstens hat es aufgehört zu regnen. Mona ist bereits morgens angereist und hat die meiste Zeit im Hostel verbracht - es hat den ganzen Tag geregnet, andere Reisende gab es nicht wirklich. Erst abends hat sie wohl ein Päarchen kennengelernt und ein paar Tips bekommen. Das spricht eigentlich für den Ort - viel gibt es nicht und die "trockene Halong Bay" scheint auch noch nicht so richtig für westliche Touris aufgearbeitet zu sein.

Nach einer klammen Nacht im Hostel (hier zieht wirklich überall die Feuchtigkeit rein) erwartet uns das herrlichste Regenwetter. Mona reist um vier Uhr wieder nach Hanoi, ich lasse mir auch den Bus weiter nach Süden buchen. Mit dem Open Bus Ticket werde ich meine weiteren sechs Stationen für 57$ machen - spott billig, wie sich später herausstellt, aber auch richtig unbequem.
Auf zur Pagode.
Wirklich schade, dass das Hostel nicht so richtig cool und das Wetter schlecht ist. Hier hätte man gut und gerne ein paar Tage verbringen können. Hier hätte es sicher auch sehr viel Spaß gemacht mit einem Roller durch die Gegend zu fahren. Aber gut. Wir beschließen zu einer Pagode im Berg zu laufen. Bald ziemlich durchnässt, kommen wir außerhalb des Ortes an und hier ist es richtig hübsch! Fun fact: Unterwegs spricht uns ein alter Vietnamese an und frägt auf gebrochenen Englisch, ob wir Französisch könnten. Natürlich bejahe ich das und wechsle ein paar Worte übers Wetter, wo wir her kommen und wo wir hin wollen. Man merkt, wie er sich richtig darüber freut mal wieder französisch sprechen zu können, auch wenn ich da bestimmt nicht mehr wie er konnte. Jeden Tag eine gute Tat oder so ;-)
Zur Arbeit!
Eingang der Pagode.
Die Pagode ist wirklich cool. Wir sind scheinbar recht früh aufgebrochen, denn die typischen Souvenierstände werden erst aufgebaut. Ein recht interessanter Ort, aber irgendwie auch nur "the next temple".
Tempelhof.
Hier passiert auch noch ein kleiner Unfall: Ich rutsche auf einer Treppe aus und falle die fünf Stufen runter. Geschickt gedreht, fange ich mich aber gerade so ab. Außer einer schmutzigen Hose, einem blauen Fleck am Oberschenkel und einer Delle in meiner Handyhülle (dem Handy ist nichts passiert!), war das gerade noch so ein Glück im Unglück. Kurz verschnaufen musste ich trotzdem.
Der Rückweg.
Nass und kalt kommen wir zurück in den Ort. Jetzt wo wir schon einmal Nass sind, beschließen wir noch die einzige wirkliche Touri-Attraktion des Ortes mitzunehmen. Eine gut zweistündige Fahrt mit dem Ruderboot, wobei wir gefahren werden.
Ruderboote.

Auf dem Flüsschen.
Die Ruderfrauen und -männer haben sich eine geschickte Technik überlegt: Sie rudern mit den Beinen. Am Ende bekommt die Frau ein kleines Trinkgeld von uns, auch wenn die Fahrt selbst schon relativ teuer war.
Mona zieht sich dann im Hostel etwas trockenes an und wir holen uns etwas spät eine Pho als Mittagessen. Das wärmt, schmeckt und ist ziemlich günstig.

Bald wird Mona dann abgeholt und ich verbringe die restliche Zeit, bis es für mich nach Hue geht, mit lesen.
Fazit: Ninh Binh ist ein Pflichtbesuch! Bei trockenem Wetter: Roller leihen und durch die Gegend fahren!

Halong Bay

Die berühmte Halong Bay, dass was man von Vietnam gesehen haben muss... oder auch nicht.
Um zur Halong Bay zu kommen, gibt es wie so oft viele Varianten. Es gibt da zunächst die Entscheidung: Bleibe ich nur einen Tag oder verbringe ich dort ein, zwei oder gar Nächte auf einem Boot? Gehe ich vielleicht auf eine Insel (Castaway Tour)?

Ich habe mich mit Shu bewusst für den Tagestrip entschieden, weil die Übernachtungsangebot einfach krass überteuert sind. Auch unser Tagestripp war erst einmal eine Suche am frühen morgen. In unseren Hostel hätte die Tour 45 $ gekostet. Wir sind die einzelnen Travelagencys abgegangen und haben dort Angebote für 30$ gefunden, aber Shu meinte, er hätte das auch schon für 20 $ gesehen. Irgendwann haben wir dann einfach gehandelt und haben die 30$ Tour ohne Kanu fahren für 20 bekommen. Auf die Nachfrage, was denn das Kanu fahren extra kosten würde, wenn wir doch Lust hätten, meinte der Travelagent 4$... Ok, alles klar, dann eben ohne Kanu fahren.
Eine Stunde später geht es dann aus dem verregneten Hanoi auf die vier Stunden lange Busfahrt zur Halong Bay inkl. Stop an einer Touri-Shopping-Falle, wo ich ein paar Leute treffe, aber auch Shu Leute, die er in Kambodscha getroffen hat, trifft. Jeder kennt Shu. Das zieht sich die gesamte Reise durch und die Geschichte findet seinen Höhepunkt in Dalat - aber das kommt später.

Der Bus wirft uns am Ferry-Terminal raus, und schnell wird klar, selbst mit den 20$ haben wir zu viel bezahlt - das Boot kostet dort einiges weniger. Aber was solls, immerhin sind wir noch deutlich unter dem potentiellen Höchstpreis. Eine Gruppe aus Engländern (die sich hier betrinken und zwei Nächte übernachten möchte), Koreanern und zwei Australiern geht mit uns dann auf ein Boot, wie jedes andere hier. Also auch das ist kein Argument für einen höheren Preis. Das Wetter ist übrigens mies, Regen und diesiges Wetter - da kann man die vielen kleinen Inseln dieser Karstlandschaft nicht sehen - und dafür ist man ja eigentlich hier. Schade.
Inseli.
Erster Stop: Höhleninsel.
Auf dem Boot gibt ein okayes, aber eigentlich nich gutes Mittagessen, das im Preis mitenthalten ist. Fisch, frittierter Tofu (bääähh :-( ), Sprossen, Rührei, Frühlingsrollen (das war noch das beste)... Naja, geschenkter Gaul und so, dem Magen ging es ein bisschen besser, ohne etwaige Spätfolgen ;-) Der erste Stop unserer Rundfahrt war eine Höhleninsel. Die große Höhle haben Fischer erst vor ca. 10 Jahren entdeckt, inzwischen ist die Höhle touristisch erschlossen und eines der Hauptanfahrtsorte.
Buntbeleuchtete Tropfsteine.
Sehr bunt. Aber cool.
Die Fahrt geht weiter.
 Nach einer guten Dreiviertelstunde geht es weiter. Die Fahrt wird potentiell besser, auch wenn das Wetter schlechter wird. Grund: Wir fahren näher an den kleinen Inseln vorbei.
Mehr Inseln.
Wir kommen dann zum Stop, wo man ganze zwanzig Minuten Kanu fahren kann, wenn man will - ohne Aufpreis, auch für uns nicht. Aber ohne Wechselklamotten, möchte ich mir den Spaß bei dem Wetter nicht verderben - einen Schnupfen brauche ich nun wirklich nicht. Die Australier mit denen wir gequatscht haben meinten später nur, dass es ganz nett, aber nicht so spektakulär war. Nach einer weiteren halben Stunde machen wir noch einmal halt. Hier werden die Gruppen (Übernachtende und Rückfahrende) getrennt. Der Rückweg stellt sich als unspektakulär heraus, aber ein tolles Panorama gibts noch, dass erahnen lässt, wie das ganze bei gutem Wetter aussehen könnte.

Inselpanorama.
Fazit: Halong Bay sollte man auf jeden Fall gesehen haben? Ich glaube nicht, es war zwar schon cool irgendwie, aber nicht so super, wie man annehmen könnte. Ich glaube, auch bei gutem Wetter ist die Fahrt eher nicht so cool, wenn gutes Wetter bedeutet Sonne und auf den Booten gibt es kaum Schatten. Von anderen Reisenden habe ich gehört, dass auch die Übernachtungen auf dem Boot nicht so der Brüller sind. Da sollen die Castaway Touren wirklich besser sein.
Unterschiede im Preis sind angeblich in der Qualität des Essens begründet - wenn ich aber 30$ mehr für de facto die gleiche Tour (was anderes kann man ja kaum machen) zahle, dann ist das trotzdem in keiner Relation zum Preis. Also: Billige Tour, ein Tag, gutes Wetter - dann kann man das machen.

Weitaus besser war die "trockene Halong Bay" - dort hin geht es im nächsten Bericht. Auch wenn es nicht trocken war.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Sa Pa

Von Hanoi geht es zum ersten Höhepunkt der Reise: Nach Sa Pa!
Untergebracht habe ich mich im Mountain View Hostel - gebucht habe ich einen vierer Schlafsaal, bekommen habe ich ein Doppelzimmer mit Shu, was kein Problem war, wir haben uns sofort verstanden und sind auch die nächsten Tage zusammen unterwegs gewesen.
Aussicht nach Ankunft vom Zimmer aus.
Zunächst sind wir etwas essen gegangen - es wird schnell klar: In Sa Pa gibt es richtig, richtig gutes Essen! Gegrillte Ente mit Honig und gebratenes Deer kommt auf den Tisch. Mit gefülltem Magen gehts auf Erkundungstour durch die Stadt - man erkennt die französischen Einflüsse.
Die Blumen blühen...
... und das schon Anfang März.
Ein kleiner See in Sa Pa.
Mit dem Roller über den Gehweg.
Der Tag war dann auch relativ schnell erledigt. Abends ging es noch in The Hill Station. Eines des vermutlich besten und edelsten Restaurants im Ort. Leider etwas abgeschieden, aber trotzdem super und auch relativ günstig (europäisch günstig, vietnamesisch teuer). Hier waren wir auch die nächsten drei Abende essen. Das schöne an diesem Restaurant ist, dass sie alle Zutaten auf dem lokalen Markt einkaufen, auch das Fleisch kommt aus Dörfern in der Nähe. Das schmeckt man. Unser Highlight: Der smoked pork belly und smoked buffalo - serviert mit Reis und seltsamen, aber sehr leckeren grünen Gemüse (Die Räuchern sogar ihr Fleisch selbst dort).

Am nächsten Tag haben wir uns Roller gemietet und sind über die neue Passstraße unterwegs gewesen.
Unweit der Stadt - der Blick auf Indochina.
Ein Stückchen weiter.
Außerdem gibt es hier einen kleinen Nationalpark mit Wasserfällen und einer kleinen Aussichtsplatform. Ganz schön windig hier oben!
Aussichtsglocke.
Großer Wasserfall.
Als wir an ein Dorf ca. 40 km von Sa Pa entfernt halt machen gibt es eine Pho und der Rückweg wird angetreten, weil zum einen das Benzin knapp wird und es hier relativ schnell dunkel wird.
Auf der Straße links im Hintergrund sind wir auch gefahren.
Abends treffen wir noch Melanie, eine amerikanische Flugbegleiterin die in Dubai wohnt und mit der ich eigentlich nach Sa Pa fahren wollte. Weil es nun mal nicht immer so klappt wie man will, haben wir uns eigentlich ständig unterwegs verpasst. Das war der einzige Abend an dem es mal geklappt hat.
Der nächste Tag wird nicht weniger spektakulär - wir fahren in die Gegenrichtung zu den kleineren Bergdörfern. Mittags essen wir in einem Dorf (natürlich Pho), in dem wir die einzigen Ausländer sind. Wir sind also genauso eine Attraktion wie die locals für uns.
Klassische Terrassen.
Mehr davon.
Und ein Dorf darin.
Interessant: Die Terrassen werden nur durch Regenwasser bewässert.
Eine Brücke im Nirgendwo.

Da sind wir rüber gelaufen.
Und haben das hier entdeckt.
Insgesamt ein toller Ausflug, auch wenn es landschaftlich bei der ersten Tour atemberaubender war.
Der letzte Tag wurde dann ruhig angegangen, wir haben uns einen Park angeschaut, zu dem die Locals ihre Ausflüge hin machen. Nicht wirklich beeindruckend, aber ruhig und ganz nett.
Sa Pa Megapanorama mit Indochina im Hintergrund.
Fazit: Sa Pa ist ein Mussbesuch, wenn man in Vietnam unterwegs ist. Geht ins Mountain View Hostel und in die Hill Station. Die meisten Touris gehen hier auf sogenannte "Home stays" - da geht man mit den ethnischen Minderheiten in ein Dorf redet mit denen, isst dort und schläft dort auch eine Nacht oder zwei. Das hat mich nicht gereizt und ich finde das auch ziemlich merkwürdig. Muss man also selbst wissen.

Als nächstes geht es erstmal wieder zurück nach Hanoi und von dort aus zur berühmten Halong Bay.